Vorhautverengung (Phimose): Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Vorhautverengung — medizinisch als Phimose bezeichnet — liegt vor, wenn sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückschieben lässt. Bei Neugeborenen und Säuglingen ist eine enge Vorhaut völlig normal. Erst im Laufe der Entwicklung löst sich die Vorhaut nach und nach von der Eichel. Bleibt die Verengung jedoch über das Kleinkindalter hinaus bestehen, sollte eine urologische Abklärung erfolgen.

Ursachen einer Vorhautverengung

Die Phimose kann verschiedene Ursachen haben:

  • Angeborene Verengung: Bei vielen Jungen ist die Vorhaut von Geburt an eng und löst sich normalerweise bis zum dritten Lebensjahr von selbst
  • Entzündungen: Wiederkehrende Entzündungen der Vorhaut oder Eichel können Vernarbungen verursachen, die zu einer sekundären Phimose führen
  • Vernarbungen durch Verletzungen: Wird die Vorhaut zu früh oder mit Gewalt zurückgezogen, entstehen kleine Risse, die vernarben und die Verengung verschlimmern

Wann sollte ein Urologe aufgesucht werden?

Wenn Sie bei Ihrem Kind eine Vorhautverengung feststellen, empfehlen wir einen Besuch beim Urologen ab dem zweiten Lebensjahr, spätestens jedoch im dritten Lebensjahr. Ab diesem Alter sind Eichel und Vorhaut normalerweise nicht mehr miteinander verklebt und die Vorhaut sollte sich leicht über die Eichel schieben lassen.

Ein Termin ist auch ratsam, wenn:

  • Die Vorhaut sich beim Kind ab dem 5. Lebensjahr nicht zurückschieben lässt
  • Ihr Kind über Schmerzen beim Wasserlassen klagt
  • Es zu wiederkehrenden Entzündungen im Bereich der Vorhaut kommt

Vollständige und unvollständige Phimose

Man unterscheidet zwei Formen der Vorhautverengung:

  • Vollständige Phimose: Die Vorhaut lässt sich auch im erschlafften Zustand nicht über die Eichel zurückziehen
  • Unvollständige Phimose: Im erschlafften Zustand ist das Zurückziehen möglich, bei einer Erektion hingegen nicht

Beide Formen können Beschwerden verursachen — von Entzündungen über Schmerzen bis hin zu Problemen beim Wasserlassen.

Therapiemöglichkeiten

Wichtig: Ziehen Sie die Vorhaut niemals mit Gewalt zurück! Dabei kann es zu schweren Verletzungen kommen, etwa zu einer Abschnürung der Eichel (Paraphimose). Auch eine Verschlimmerung der Verengung durch Narbenbildung ist möglich.

Je nach Schweregrad und Alter stehen verschiedene Behandlungswege zur Verfügung:

  • Konservative Therapie: Kortison-haltige Salben können die Vorhaut weicher und dehnbarer machen
  • Sanfte Dehnungsübungen: In Kombination mit Salbentherapie, unter ärztlicher Anleitung
  • Operative Verfahren: Wenn konservative Massnahmen nicht ausreichen, stehen verschiedene chirurgische Optionen zur Verfügung — von einer teilweisen Erweiterung der Vorhaut bis zur vollständigen Beschneidung (Zirkumzision)

Vereinbaren Sie einen Termin bei UROMED, damit wir gemeinsam die beste Therapieoption für Sie oder Ihr Kind besprechen.

Vorhautverengung - UROMED Kompetenzzentrum Urologie Wien
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