Prostatakrebs: Diagnostik und moderne Behandlung
Prostatakrebs ist mit einer jährlichen Häufigkeit von rund 200 Fällen pro 100.000 Männern in Westeuropa eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen beim Mann. Besonders ab dem 70. Lebensjahr steigt das Risiko deutlich an. Umso wichtiger sind eine präzise Diagnostik und eine individuell abgestimmte Therapie.
Risikofaktoren
Verschiedene Faktoren wurden in den letzten Jahren diskutiert, darunter Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, chronische Entzündungen und UV-Strahlung. Wissenschaftlich gesichert ist jedoch vor allem ein Risikofaktor:
- Familiäre Vorbelastung: Wenn Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind, ist das eigene Risiko deutlich erhöht.
Wie wird Prostatakrebs festgestellt?
Die Diagnostik erfolgt schrittweise und umfasst mehrere Bausteine:
Tastuntersuchung und PSA-Wert
Neben der Tastuntersuchung der Prostata wird der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) im Blut bestimmt. Dieser Wert kann allerdings durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden — etwa durch Entzündungen, Radfahren oder einen Samenerguss innerhalb von 24 Stunden vor der Blutabnahme. Ein einzelner erhöhter Wert hat daher noch keine sichere Aussagekraft.
Bei einem auffälligen PSA-Wert empfehlen wir eine Kontrollmessung nach 4 bis 6 Wochen, um vorübergehende Einflüsse auszuschließen.
Prostatabiopsie
Bleibt der PSA-Wert erhöht, ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) der nächste Schritt. Die gängige Methode ist die ultraschallgezielte Stanzbiopsie, bei der Gewebeproben über einen Zugang durch den Enddarm entnommen werden.
MRT-fusionierte Prostatabiopsie
Eine deutlich verbesserte Diagnostik bietet die MRT-fusionierte Prostatabiopsie. Bei diesem modernen Verfahren wird zunächst eine MRT-Untersuchung der Prostata durchgeführt. Die MRT-Bilder werden anschließend mit dem Ultraschallbild überlagert, was eine gezieltere Probenentnahme ermöglicht.
Die Vorteile im Überblick:
- Ca. 70 % Detektionsrate — gegenüber rund 40 % bei der herkömmlichen Biopsie
- Aggressive Karzinome werden häufiger entdeckt
- Die europäischen Leitlinien empfehlen eine MRT-Untersuchung vor jeder Biopsie
Diese Methode stellt somit einen bedeutenden Fortschritt in der Prostatakrebs-Diagnostik dar und hilft gleichzeitig zu beurteilen, ob eine Biopsie überhaupt notwendig ist.
Individuelle Therapie bei UROMED
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