Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis): Ursachen, Symptome und Behandlung
Eine Nierenbeckenentzündung — medizinisch Pyelonephritis — ist eine ernste Erkrankung der Nieren, die in den meisten Fällen durch eine aufsteigende Blasenentzündung entsteht. Bakterien wandern dabei von der Harnblase über die Harnleiter hinauf bis in das Nierenbecken und das umliegende Nierengewebe. Die Erkrankung ist in ihrer Schwere mit einer starken Lungenentzündung vergleichbar und erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung.
Symptome einer Nierenbeckenentzündung
Die Anzeichen einer Pyelonephritis sind meist deutlich und treten plötzlich auf:
- Starke Flankenschmerzen: Intensive Schmerzen im seitlichen Rückenbereich auf Höhe der Nieren
- Hohes Fieber: Oft über 38,5 °C, begleitet von Schüttelfrost
- Rückenschmerzen: Dumpfe bis stechende Schmerzen, die in den Unterbauch ausstrahlen können
- Allgemeines Krankheitsgefühl: Übelkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche
Zusätzlich können typische Beschwerden einer Blasenentzündung wie Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang bestehen.
Warum ist eine rasche Behandlung so wichtig?
Wird eine Nierenbeckenentzündung nicht rechtzeitig und fachgerecht behandelt, drohen schwerwiegende Komplikationen:
- Akutes Nierenversagen: Die Nieren können ihre Filterfunktion verlieren
- Blutvergiftung (Sepsis): Bakterien gelangen in den Blutkreislauf — ein lebensbedrohlicher Zustand
- Chronische Nierenschäden: Bei wiederkehrenden Infektionen kann die Nierenfunktion dauerhaft eingeschränkt werden
- Nierenverlust: Im schlimmsten Fall muss eine Niere entfernt werden
Wann sollten Sie zum Urologen?
Wenn Sie unter Flankenschmerzen in Kombination mit Fieber und Schüttelfrost leiden, sollten Sie so schnell wie möglich einen urologischen Termin vereinbaren. Eine frühzeitige Diagnose durch Blut- und Harnuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren ermöglicht eine gezielte Therapie und verhindert schwere Folgeschäden.