Hodenhochstand bei Kindern: Ursachen, Risiken und Behandlung
Ein Hodenhochstand — medizinisch Maldescensus testis — bedeutet, dass sich einer oder beide Hoden nicht im Hodensack befinden, sondern im Leistenkanal oder sogar in der Bauchhöhle verblieben sind. Diese Fehllage zählt zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen bei Jungen und wird oft bereits in den ersten Lebensmonaten festgestellt.
Warum ist eine frühzeitige Behandlung so wichtig?
Ein unbehandelter Hodenhochstand birgt ernsthafte Risiken:
- Eingeschränkte Fruchtbarkeit: Die höhere Körpertemperatur im Leistenkanal oder Bauchraum beeinträchtigt die Spermienproduktion dauerhaft
- Erhöhtes Krebsrisiko: Ein nicht korrekt gelagerter Hoden hat ein deutlich höheres Risiko, im späteren Leben bösartig zu entarten
- Psychische Belastung: Im Jugendalter kann ein leerer Hodensack seelischen Druck verursachen
Aus diesen Gründen sollte die Behandlung unbedingt vor dem Ende des ersten Lebensjahres abgeschlossen sein.
Wie erkennen Sie einen Hodenhochstand?
Das wichtigste Anzeichen: Sie können den Hoden Ihres Kindes im Hodensack nicht sehen oder ertasten. Manchmal befindet sich der Hoden zwar im Hodensack, gleitet aber immer wieder in den Leistenkanal zurück (sogenannter Pendelhoden). Wenn Ihnen auffällt, dass der Hodensack Ihres Kindes leer wirkt oder sich asymmetrisch anfühlt, sollten Sie zeitnah einen urologischen Termin vereinbaren.
Diagnostik bei Hodenhochstand
Zur genauen Abklärung stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Körperliche Untersuchung: Der Urologe prüft durch sorgfältiges Abtasten, ob und wo der Hoden zu finden ist
- Ultraschalluntersuchung: Damit lässt sich die genaue Lage des Hodens im Leistenkanal feststellen
- Magnetresonanztomografie (MRT): Bei nicht tastbaren Hoden hilft die MRT, den Hoden in der Bauchhöhle zu lokalisieren
- Laparoskopie (Bauchspiegelung): In seltenen Fällen ist eine minimalinvasive Spiegelung des Bauchraums notwendig, um den Hoden aufzufinden
Therapiemöglichkeiten
Die Behandlung erfolgt stufenweise:
Medikamentöse Therapie
Im ersten Schritt kann eine Hormonbehandlung versucht werden. Bestimmte Hormone regen den Abstieg des Hodens in den Hodensack an. Diese Therapie ist allerdings nicht bei jedem Patienten erfolgreich.
Operative Behandlung (Orchidopexie)
Führt die medikamentöse Behandlung nicht zum Erfolg, wird der Hoden in einem kleinen chirurgischen Eingriff in den Hodensack verlagert und dort fixiert. Dieser Eingriff ist heute Routine und wird in den meisten Fällen sehr gut vertragen.
Bei UROMED beraten wir Sie ausführlich und begleiten Sie und Ihr Kind Schritt für Schritt durch den gesamten Behandlungsprozess.