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HÄUFIGER HARNDRANG

Der Begriff „Harndrang“ beschreibt das natürliche Bedürfnis, das bei zunehmendem Füllungsstand der Blase entsteht, diese zu entleeren. Die gesunde Harnblase fasst in der Regel etwa 0,4-0,5l des in den Nieren gebildeten Harns bis sie voll ist und sich in Form des natürlichen Harndrangs bemerkbar macht. Beim Erwachsenen sind Frequenzen tagsüber bis zu sechsmal und nachts bis zu maximal zweimal physiologisch.

Wenn dieses Bedürfnis jedoch auffallend häufig auftritt – ergo tagsüber mehr als sechsmal und in der Nach mehr als zweimal – spricht man von häufigem bzw. vermehrtem Harndrang. In diesem Fall kann man zwischen zwei möglichen Formen unterscheiden: der sogenanngen Pollakisurie, bei der zwar ein häufiger Harndrang vorhanden ist, sich jedoch die produzierte und ausgeschiedene Menge an Urin nicht erhöht, und der Nykturie, bei der der übermäßige Harndrang vor allem nachts auftritt.

Die normale Produktion und Ausscheidung von Urin über den Tag ist abhängig von der Flüssigkeitszufuhr und beträgt bei einer täglichen Trinkmenge von 2 Litern ungesüßter Flüssigkeit ungefähr 1,5 Liter. Von einer krankhaft erhöhten Urinausscheidung, einer sogenannten Polyurie spricht man, wenn die täglich ausgeschiedene Menge an Harn einen Wert von mehr als 2-3 Litern übersteigt. Ein stets erhöhtes Durstgefühl mit entsprechend vermehrter Flüssigkeitsaufnahme, führt zu einer vermehrten Urinausscheidung. Ein weiterer Grund für häufigen Harndrang kann eine verringerte Blasenfüllung bei gleichbleibender Trinkmenge sein. Die Ursachen dafür sind häufig ernstzunehmend und bedürfen einer weiteren Abklärung.

Häufiger Harndrang kann für die Betroffenen eine sehr belastende Situation darstellen: es muss ständig eine Toilette aufgesucht werden und der nächtliche Schlaf wird ebenfalls durch das vermehrte Wasserlassen gestört. Dies kann so weit gehen, dass die Betroffenen sich durch den großen Leidensdruck immer mehr aus dem sozialen Leben zurückziehen.

Dieses Symptom kann oftmals eine Vorstufe für eine Reihe an Erkrankungen sein, die eine dringende Abklärung erforderlich machen. Als mögliche Ursachen eines häufigen Harndrangs kommen Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), eine harmlose Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahypertrophie), aber auch schwerwiegende Nieren- und Blasenerkrankungen in Frage. Weitere Krankheitsbilder, bei denen in kurzen Abständen kleine Mengen Urin ausgeschieden werden, oft in Verbindung mit Schmerzen, sind Blasen- oder Prostataentzündungen.

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